Retrospektive: Robert Aldrich

Filmstill Robert Aldrich

Robert Aldrich (1918-83) war der Regisseur von Welterfolgen wie VERA CRUZ (1954), WHAT EVER HAPPENED TO BABY JANE? (1962) und THE DIRTY DOZEN (1967). Mit Meisterwerken wie dem apokalyptischen Film noir KISS ME DEADLY (1955) oder dem desillusionierten Spätwestern ULZANA’S RAID (1972) definierte er ganze Genres neu. Aldrich gelang es mit unvergleichlicher Konsequenz, seine persönliche, kritisch geprägte Weltsicht in populäres Kino einzuschreiben. Doch obwohl er bereits zu Beginn seiner Karriere als einer der bedeutendsten Autorenfilmer Hollywoods gefeiert wurde und seither Generationen von Filmschaffenden beeinflusst hat, sind seine Werke berühmter als er selbst.

Plakate Retrospektive Robert Aldrich
© Viennale/Rainer Dempf

Der Grund mag in einer rebellischen Haltung liegen, die seine Filme inhaltlich ebenso prägte wie den turbulenten Verlauf seiner Karriere. Aldrich ließ sich nie vereinnahmen. Als Cousin eines Rockefeller entstammte er einem prominenten konservativen Clan, mit dem er allerdings brach, um Filme zu machen. Er arbeitete sich als Assistent unter anderem von Jean Renoir und Charles Chaplin nach oben und sympathisierte mit den widerständigen Kollegen, die in der McCarthy-Ära als Kommunisten verfolgt wurden. Zeitweise machten ihn sein Hang zu kontroversen Themen und sein herausfordernder Habitus in Hollywood zur persona non grata. In den 1960er Jahren konnte er sich endlich mit einem eigenen Studio unabhängig machen – nur um mit kompromisslosen Filmen alles wieder zu verspielen. Doch bis zuletzt schmuggelte Aldrich subversive Botschaften in die Traumfabrik und erwirkte als Präsident der Regie-Gewerkschaft bahnbrechende Verträge.

Die gemeinsame Retrospektive des Österreichischen Filmmuseums und der Viennale zeigt das Werk eines der größten Regisseure der USA nahezu vollständig und in raren Filmkopien.

Ein Programm von Viennale und Österreichischem Filmmuseum.

23. Oktober bis 30. November 2026 
Österreichisches Filmmuseum
Augustinerstraße 1
1010 Wien • Tel. 01/533 70 54 • filmmuseum.at